Texte

Masterarbeit am Institut für Kunst im Kontext an der UdK Berlin

Die Toten und ihre Bilder/ Die Toten und unsere Bilder von ihnen

 

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Postmortemfotografie von Kindern, die seit Erfindung der Fotografie in weiten Teilen Europas, aber auch in den USA verbreitet war. Von historischem Fotomaterial und von Vorläufern (Postmortemgemälden) ausgehend, betrachte ich die heutige Produktion solcher Fotografien im Rahmen der Trauer- und Strebebegleitung am Krankenhaus.

Leitfragen waren: Gibt es Postmortemfotografien von Kindern auch heute noch? Wer macht sie und welchen Nutzen haben sie?

Parallel zur Betrachtung der Praxis im Krankenhaus, suchte ich den Arbeiten von Künstlern wie z. B.: Andreas Serrano, Sally Man, Walter Schel nach Gemeinsamkeiten der fotografischen Darstellung des „letzten Gesichts“. Distanzlosigkeit und Farbigkeit der fotografischen Aufnahme lösen Schock und Faszination beim Betrachtern aus.

Wenn historische Postmortemfotografien gemacht wurden, um sich zu erinnern, sich der eigenen Existenz und der eines Familienverbandes zu vergewissern, so verfolgen heutige Aufnahmen einen ähnlichen Zweck. Ein Foto vom eigenen, verstorbenen Kind zu machen, ist für Eltern, die ihr Kind verloren haben, ein Mittel von ihm Abschied zu nehmen und das Aussehen des Kindes mit einem Foto in der Erinnerung zu binden.

Das Recherche- und Ausstellungsprojekt POSTMORTEM | Wenn ein Kind stirbt wurde in der Gesundheitsakademie/ Schule für Hebammen der Charité, sowie im Museum für Sepulkralkultur in Kassel gezeigt.

 

Die gesamte Arbeit kann über den Kontakt anjasommera@yahoo.com abgefragt werden.